Songwriter: Vertonte Gedanken

Viele Musiker legen Wert darauf, sich auch als Songwriter zu bezeichnen. Das ist verständlich, denn in dem Begriff schwingen viele Untertöne mit: Kreativität, Kompetenz, Selbstständigkeit – die Fähigkeit, eigene Ideen zu haben, zu entwickeln und zu verkaufen. Songwriter zu sein, bedeutet, eine spezifische Fähigkeit zu besitzen, die über die Bühnenpräsenz hinausgeht. Es geht nicht in erster Linie um eine Stimme und einen Körper, die einen Song darstellen und interpretieren, sondern um die Idee dahinter. Musiker, die auch die Funktion des Songwriters erfüllen wie Veteranen des Genres wie Bob Dylan oder auch aktive Musiker wie Elton John, vereinen damit zwei grundlegende Fähigkeiten von Musikpräsentation.

Songwriter präsentieren ihre Lieder nicht in erster Linie selbst auf der Bühne. Sie arbeiten ausschließlich im Pop-/Rock-Genre. Bei der Entwicklung von Songs sind sie nach Definition nur für die Komposition der Melodie zuständig, das Verfassen der Texte wird von anderer Stelle übernommen.
Im deutschsprachigen Bereich ist des Begriff des Liedermachers verbreitet, der sich allerdings inhaltlich von dem des Songwriters unterscheidet. Songwriter schreiben in erster Linie Melodien für unterhaltsame Lieder für sich oder andere Interpreten, während Liedermacher vorrangig meist kritische Kompositionen mit eigenem Text schreiben, die sie selbst vortragen.

Songwriter arbeiten nach einem gleichbleibenden Grundprinzip, nach dem sie ihre Kompositionen einteilen. Sie unterteilen ihre Melodien in Strophe und Refrain. Die Überleitung in den Refrain bildet stellenweise die sogenannte Bridge, die in ihrer heutigen Form ursprünglich im Jazz auftaucht. Darüber hinaus existieren andere Grundbausteine, die in einer Pop-/Rocknummer verwendet werden können, aber nicht notwendig gebraucht werden müssen.

Eine herausragende Rolle im modernen Songwriting spielen die Beatles, die in den 60er Jahren die Populärmusik revolutionierten. Sie prägten einige bezeichnende Begriffe wie Riff oder Hookline, dennoch unterscheiden sich bis heute die Bezeichnungen für verschiedene Kompositionsteile je nach Tradition. Die Hookline bezeichnet die herausragende Titelzeile eines Songs, jedoch nicht unbedingt den Songtitel selbst, die dem Lied seinen einmaligen Wiedererkennungswert gibt. Im Gegensatz zu klassischen Kompositionen schreibt der Songwriter nicht mehr für ein ganzes Orchester, sondern richtet sich lediglich auf eine kleine Zahl von Instrumenten aus, die meist E-Gitarren, E-Bässe und Keyboards sowie das Schlagzeug umfassen, die zusammen ein umfassendes Prinzip von Harmonie und Rhythmus bilden.

Viele Lieder werden gesungen und zahlreiche Geschichten erzählt über die Copacabana, Anchieta, Barra da Tijuca oder Santa Teresa. 1000 Worte und mehr haben jedoch nicht die Kraft, die tatsächlichen Impressionen dieser beeindruckenden Region in vollem Umfang zu vermitteln. Was liegt da näher, als selbst Reisen in Südamerika zu unternehmen?